Schreibregeln

Studienarbeit, Diplomarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit, Abschlussarbeit

Zumindest in der Technischen Kommunikation existieren zur Zeit ca. 150 bis 160 Schreibregeln. Einige Schreibregeln sind hier aufgeführt. Diese werden Sie wohl kaum immer präsent haben. Sie werden wahrscheinlich überhaupt nie mit Schreibregeln konfrontiert worden sein. Deswegen lassen Sie Ihre Arbeit ja auch bei uns korrigieren.

Inhalt

Falls, ...dann, ein wichtiges Detail

Jargon, oder die Krankheit der Techniker

Schräger, Schrägstriche

„Substantivische“ Formulierungen vermeiden

Den Platzhalter „es“ vermeiden


Falls, ...dann, ein wichtiges Detail

In vielen, besonders alten Texten werden zum Beispiel solche Formulierungen verwendet:
„Ist der Kühlmittelbehälter xx vorgewählt, schaltet das Überlaufkriterum....“, oder:
Fällt der Füllstand im Kühlmittelbehälter xx unter...., so wird....“

Sehr viel deutlicher werden die Aussagen, wenn das kleine, aber entscheidende Wort dann verwendet wird, also z.B.:
„Ist der Kühlmittelbehälter xx vorgewählt, dann schaltet das Überlaufkriterum....“, oder:
„Fällt der Füllstand im Kühlmittelbehälter xx unter...., dann wird....“, oder:
„Wenn Sie bei uns ein Lektorat bestellen, dann wird Ihre Arbeit sicher gut ankommen“.


Jargon, oder die Krankheit vieler Techniker

Techniker neigen in ihren Fachgebieten dazu, auch beim Schreiben Jargon zu benutzen. Dieser wird nicht immer richtig verstanden, veranlasst manchmal zum Schmunzeln und ist z.B. in offiziellen Texten oder in Diplomarbeiten äusserst ungeeignet.

Beispiele:
...das Kolonnenniveau; gemeint ist: der Füllstand in einer Entgaserkolonne oder einer Verdampferkolonne.

Ungenaue Sachverhalte wie z.B.: „Leckagen entstehen vorwiegend dort, wo Dichtflächen betriebsmäßig aufgefahren und zugefahren werden.“ ...können Dichtflächen aufgefahren und zugefahren werden? Der Leser weiss vermutlich, was gemeint ist. Bei einer Übersetzung geht ein solcher Fall ins Auge!

...auffahren, zufahren: In technischen Inhalten werden gerne die Begriffe „auffahren“, „zufahren“ etc. benutzt; gemeint sind Armaturen, bewegliche Teile etc., die ganz einfach geöffnet und geschlossen werden. Fazit: auf Begriffe wie „auffahren“ und „zufahren“ verzichten!


Schräger, Schrägstriche

Schrägstriche werden oft an Stellen im Text verwendet, an denen die Bedeutung des Schrägstriches uneindeutig ist. Zum Beispiel: Druck/Temperatur. Ein Schrägstrich, der Entweder/oder bedeutet, ist hier ungeeignet. Deshalb sollten Schrägstriche so wenig wie möglich benutzt werden, auf jeden Fall aber nur dort, wo er unmissverständlich eingesetzt werden kann, z.B. bei „und/oder“.


„Substantivische“ Formulierungen vermeiden

Beispiel: „Das Orten eventuell auftretender Leckagen ist durch das einzelne Zufahren der normalerweise stromlos offenen Magnetventile in den Stichleitungen möglich.“
Einfacher wäre doch: „Evtl. auftretende Leckagen können geortet werden, wenn die Magnetventile in den Stichleitungen einzeln geschlossen werden. Die Magnetventile sind normalerweise stromlos in AUF-Stellung.“


Den Platzhalter „es“ vermeiden

Wenn „es“ als Platzhalter für einen nachfolgenden Nebensatz oder für das Subjekt steht, dann formulieren Sie den Satz ohne „es“.

Stellen Sie den Satz so um, dass der Nebensatz oder das Subjekt an erster Stelle stehen. Oder formulieren Sie den den Nebensatz als Hauptsatz, so dass „es“ entfallen kann.

Beispiel 1: Statt: „Montagebedingt kann es vorkommen, dass sich an den Schrauben Rost ansetzt.“, besser: „An den Schrauben kann sich montagebedingt Rost ansetzen.“
Beispiel 2: Statt: „Es sind weitere Massnahmen erforderlich.“, besser: „Weitere Massnahmen sind erforderlich.“

Warum: Konstruktionen mit „es“ erschweren die Informationsaufnahme, da sie den Satzbau unnötig komplex machen.

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