Die xml-Welt

Aus der Praxis

Geissen

Die Redaktoren(innen) in der technischen Redaktion — mit xml

Nach einer gewissen Gewöhnungsphase ist die Arbeit mit xml nicht mehr wegzudenken. Die Hürden liegen eigentlich nicht im Umgang mit der geänderten Redaktionsumgebung, sondern in der erforderlichen Denkweise, die in dieser Welt doch erheblich anders ist.

Anpassungen sind die Regel

In der ersten Zeit sind dtd und Stylesheet häufig anzupassen, je nach dem, wie gut spezifische Informationen von Anfang an modelliert werden. Anpassungen sind dann aber trotzem die Regel.

In der Regel sind auch später Anpassungen erforderlich, auch wenn man glaubte, alles bereits berücksichtigt zu haben, allerdings sehr viel weniger.

Komfort im Editor

Bei den Redaktoren entsteht nach und nach der Wunsch, das Umfeld im Editor zu verbessern. Dies benötigt immer wieder kleine Anpassungen der CSS. Werden spezifische Modellierungen ergänzt, dann sind ebenfalls die CSS anzupassen; sei es Nummerierung oder bezüglich der Anordung der Elemente.

Makros im Editor

Ein Makro sollte eingesetzt werden, um z.B. die Transcription, also die „Formattierung“ der xml-Instanzen anzuregen.

Besonders erwähnenswert sind die Makros, über die externe Daten in die xml-Instanzen importiert werden können. Vergleicht man den Aufwand dafür mit dem Aufwand z.B. in der MS-Office-Welt, dann ist dieser nicht nur kleiner, die Makros sind auch schneller.

Ruf nach einem CMS

Schlussendlich bleibt es nicht aus, wenn der Ruf nach einem CMS immer lauter wird. Beim CMS sehen wir vor allem die organisatorischen Abläufe im Vordergrund. Der Umfang der Daten in einem Dokument kann in einem Editor bald einmal zu gross werden, weil der Editor die Texte in html darstellen muss, obwohl die xml-Instanzen ja nur getaggte Texte sind.
Es gibt natürlich eine Vielzahl von Möglichkeiten in einem CMS, die in einem Filesystem so einfach nicht möglich sind.

CMS, kein Allheilmittel

Unserer Erfahrung nach ist der Einstieg in ein xml-basiertes Content Management System, ohne jede Erfahrung mit xml sehr blutig. Der umgekehrte Weg ist auf jeden Fall besser. Noch besser ist es, erst einmal die Informationen, die schlussendlich zu managen sind, genau zu analysieren. Erst dann sollte man sich an die Modellierung der Inhalte machen.

Unsinn ist auch in xml möglich

Gerade für Einsteiger ist es oftmals schwierig, das in langen Jahren trainierte Layout-denken — „tabellarische Inhalte gehören in Tabellen‟, „das-sieht-aber-nicht-gut-aus“ — die Welt des strukturierten Denkens zu verinnerlichen.

Grafiken im Editor zeigen

In XMetaL zum Beispiel können Grafiken in den üblichen Formaten, wie eps, png, jpg angezeigt werden. Wenn man entsprechende Vorkehrungen in der dtd trifft, dann kann die Ansicht im Editor so gesteuert werden, dass der Redakteur die Grösse der Vorschau selbst einstellen kann.